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Turnierform

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Eine Turnierform, ein Turnierformat oder Turniermodus beschreibt den Aufbau eines Kubbturniers oder einer Liga


Anforderungen an eine Turnierform[edit]

Wünschenswerte Eigenschaften eines Turnierformats sind:

  • Die Schlussrangliste soll die wahre Spielerstärke möglichst getreu abbilden:
    • Wenn der beste Spieler – der Favorit – jede einzelne Begegnung gewinnt, soll er auch den Turniersieg davontragen.
    • Der zweitbeste Spieler soll den zweiten Platz erreichen.
    • Der drittbeste Spieler soll den dritten Platz erreichen und entsprechendes gilt für die weiteren Plätze.
  • Die Anzahl der Spiele oder Spielrunden soll – aus organisatorischen Gründen – möglichst klein sein.
  • Die Entscheidung über den Turniersieg soll – zur Erhöhung der Spannung – erst am Ende des Turniers in einem Finale der beiden besten Spieler fallen.
  • Für die Zuschauer sind spannende Spiele wünschenswert. Deshalb sollten bei jedem Spiel etwa gleich starke Teilnehmer aufeinandertreffen.
  • Die Turnierform soll jeden Spieler dazu anhalten, in jedem Spiel möglichst gut zu spielen:
    • Eine taktische Niederlage oder ein taktisches Unentschieden in einem Spiel darf nicht mit einer besseren Schlussplatzierung belohnt werden.
  • Die Dauer der Turnierteilnahme soll für jeden Teilnehmer im Voraus bekannt sein.

Keine Turnierform kann all diese wünschenswerten Eigenschaften erfüllen, weswegen es kein „ideales“ Turnierformat gibt. Die folgenden unterschiedlichen Turnierformate erfüllen diese Kriterien daher jeweils nur zum Teil.

Übersicht über die Turnierformen[edit]

Turnierform Vorteile Nachteile Anzahl benötigte Spiele bei n Spielern
K.-o.-System
  • Spannende, zuschauerfreundliche Spiele, schließlich führt jede Begegnung zum Ausscheiden des einen Spielers
  • Geeignet für viele Teilnehmer
  • Frühes Aufeinandertreffen zweier Spitzenspieler führt zwangsläufig zu einer schlechten Schlussplatzierung für den einen Spieler
  • Frühes Ausscheiden vieler Spieler, die somit wenig Turniererfahrung sammeln können
  • Für sehr viele Teilnehmer wird gar kein Rang ermittelt
<math>(n - 1)</math>
Rundenturnier
  • Schlussresultat gibt die relative Spielstärke der Spieler sehr genau wieder
  • Planbarkeit: Es ist schon bei der Turnierplanung bekannt, welcher Spieler wann auf welchen Gegner trifft
  • Ungeeignet für Turniere mit vielen Teilnehmern, insbesondere bei Hin- und Rückspielen
  • Gefahr von taktischen Überlegungen, Königsmachermöglichkeiten, betrügerischem Zusammenspiel
  • Entscheidung über Turniersieg fällt meistens nicht durch eine direkte Begegnung der beiden Bestplatzierten, sondern in einem Fernduell
<math>\frac{n}{2} \cdot (n - 1)</math> bei einfacher Ausführung,
<math>n \cdot (n - 1)</math> mit Rückrunde
Schweizer System
(Dänisches System)
  • Während des ganzen Turniers spannende Spiele, da stets in etwa gleich gute Spieler aufeinander treffen
  • Geeignet für viele teilnehmende Spieler, die während der ganzen Turnierdauer anwesend sein sollen
  • Im Mittelfeld widerspiegelt die Rangordnung die Spielerstärke nur schlecht
<math>\frac{n}{2}\cdot\log_{2} n</math>
Leiterturnier
  • Je nach Ausgestaltung spiegelt das Schlussresultat die relativen Spielstärken sehr gut wider
  • Wird das Teilnehmerfeld gut gesetzt, sind nur sehr wenige Spiele notwendig
  • Flexibilität für die Teilnehmer, da sie Anzahl Spiele und die Gegner auswählen können
  • Wird die Rangordnung zu Beginn ausgelost, ist diese Turnierform sehr ineffizient
  • Gefahr von Willkür (Spieler wählen subjektiv gesehen besiegbare Gegner aus)
  • ungleiche Anzahl Spiele pro Teilnehmer
<math>\frac{n}{2} \cdot (n - 1)</math> im ungünstigsten Fall,
<math>\frac{n}{2}</math> im günstigsten Fall
Beispiele: Anzahl benötigte Spiele für verschiedene Turnierformen
Anzahl Spieler K.-o.-System Schweizer System Rundenturnier mit Rückrunde
4 3 4 6 12
8 7 12 28 56
16 15 32 120 240
30 29 75 435 870
50 49 150 1225 2450
100 99 350 4950 9900
<math>n</math> <math>(n - 1)</math> <math>\tfrac{n}{2}\cdot\log_{2} n</math> <math>\tfrac{n}{2}\cdot(n - 1)</math> <math>n\cdot(n - 1)</math>

K.-o.-System[edit]

In jeder Spielrunde treffen jeweils zwei Teilnehmer aufeinander. Die Sieger der Erstrundenspiele steigen in die zweite Runde auf, die Verlierer scheiden aus. Die Sieger der Zweitrundenspiele treffen in der dritten Runde aufeinander, während die Verlierer wiederum ausscheiden usw., bis zuletzt zwei Teilnehmer übrig bleiben, die im Finale um den Turniersieg kämpfen.

Das K.-o.-System funktioniert am besten, wenn die Zahl der Teilnehmer eine Zweierpotenz darstellt, also 2, 4, 8, 16, 32 usw.; ansonsten erhalten einige Teilnehmer in der ersten Runde ein Freilos.

Gleichzeitig ist das K.-o.-System diejenige Turnierform, welche die Anzahl der Spiele und Spielrunden minimiert: bei 4 Teilnehmern benötigt man zwei Runden, bei 8 Teilnehmern drei, bei 16 vier usw. Die Anzahl der Spiele insgesamt ergibt sich aus der Anzahl Teilnehmer −1; so müssen bis zur Ermittlung des Siegers bei z. B. 32 Mannschaften 31 Spiele gespielt werden. Ein weiterer Vorzug des K.-o.-Systems ist der einfache, leicht verständliche Aufbau.

Diese Turnierform erfüllt die meisten Anforderungen an eine Turnierform. Werden jedoch in der ersten Runde die Paarungen gelost, so kann es geschehen, dass bereits in der ersten Runde der beste Teilnehmer auf den zweitbesten trifft, d. h. beim einfachen K.-o.-System ist nicht gewährleistet, dass der zweitbeste Teilnehmer den zweiten Platz erreicht (vorausgesetzt in jeder Begegnung gewinnt der jeweilige Favorit).

Um zu vermeiden, dass bei Turnieren mit K.-o.-System die Favoriten bereits sehr früh aufeinandertreffen, werden die Teilnehmer gegeneinander gesetzt. Bei einem Turnier mit 128 Teilnehmern spielt daher in der ersten Runde der beste Teilnehmer (Nr. 1) gegen Nr. 128, Nr. 2 gegen 127 usw. Gewinnen jeweils die Favoriten, so treffen in der zweiten Runde Spieler Nr. 1 auf Nr. 64, Nr. 2 auf Nr. 63 usw. Im Finale stehen einander die beiden Besten gegenüber.

Bewertung[edit]

  • Die Hälfte der Teilnehmer scheidet bereits in der ersten Runde aus. Dies hat zur Folge, dass schwächere Spieler/Teams kaum Turniererfahrung gewinnen.
  • Der Vorteil, dass das K.-o.-System die Anzahl der durchzuführenden Spiele minimiert, bedingt auch einen Nachteil: denn je weniger Spiele durchgeführt werden, desto größer ist der Einfluss des Zufalls, im Besonderen der Einfluss der vor Beginn eines Turniers notwendigen Auslosung. Das K.-o.-System ist daher nur geeignet, den/das beste(n) Spieler/Team zu ermitteln, nicht aber den zweitbesten, da durch die Auslosung der/das beste Spieler/Team bereits vor dem Finale auf den/das zweitbeste(n) treffen kann.
  • Bei Wettkämpfen, in denen Unentschieden häufig vorkommen, müssen Tie-Breakers angewendet werden, um einen Sieger zu ermitteln, diese sind sehr oft umstritten (z. B. Verlängerung, Golden Shoot, Basiskubb-Werfen, Wiki-Stechenoder gar das Werfen eines Loses).

Der Vorteil eines Turniers nach K.-o.-System besteht darin, dass eine Entscheidung vergleichsweise schnell herbeigeführt wird (z. B. im Vergleich mit einem Rundenturnier). Eine einmalige Niederlage bedeutet demzufolge jedoch bereits das Ausscheiden aus dem Turnier. Daher wird dem Zufall bei diesem Turnierformat ein sehr hoher Einfluss beigemessen.

Das Setzen begünstigt die Favoriten, was von den übrigen Spielern als unfair empfunden wird. Ändern sich die Spielstärken der einzelnen Teilnehmer nur relativ langsam, so ergeben sich sehr viele gleiche Spielpaarungen in aufeinanderfolgenden Turnieren, und das ist für den Veranstalter wie auch für den Zuschauer unbefriedigend. Darüber hinaus hätte die Nr. 128, die stets gegen die Nr. 1 anzutreten hat, nie eine Möglichkeit sich zu verbessern.

Bei Turnieren wird daher eine Mischung aus Auslosen und Setzen angewendet. Es werden nur die Top-8-Teams gesetzt: Spieler 1 wird auf Position 1, Spieler 2 auf Position 2 gesetzt, die Spieler 3 und 4 werden auf die Positionen 3 und 4 gelost, die Spieler 5 bis 8 werden auf die Positionen 5 bis 8 gelost, die Spieler 9 bis 16 auf die Positionen 9 bis 16 und die Spieler 17 bis 32 auf die Positionen 17 bis 32 gelost; alle übrigen Teilnehmer werden gelost.

Single knockout - (K.O.)[edit]

Das Verlierende Team scheidet aus dem Turnier aus, oder Spielt sofort um eine Endplazierung, der Sieger kommt mit seinem Sieg in die Nächsterunde in Richtung Tuirniersieg

Double knockout (K.O.)[edit]

Das Double-knock-out-Format unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch vom einfachen K.-o.-System (single knock-out oder single elimination), dass eine einmalige Niederlage nicht das Ausscheiden aus dem Turnier bedingt. Ein Teilnehmer scheidet erst nach der zweiten Niederlage aus dem Turnier aus.

Somit kann ein Teilnehmer trotz eines einmaligen Verlustes das Turnier gewinnen. Das ist im einfachen K.-o.-System auch dann ausgeschlossen, wenn zusätzliche Spiele abgehalten werden, um eine durchgehende Reihung zu erhalten: Der Verlierer eines Semifinalspieles kann bestenfalls den 3. Platz belegen, der Verlierer eines Viertelfinalspiels bestenfalls den 5. Platz etc.

Treffen zwei aussichtsreiche Teilnehmer bereits in einem frühen Stadium eines Double-knock-out-Turnier aufeinander, so kann der Verlierer trotz der Niederlage immer noch das Finale erreichen. Es ist also auch ohne Setzen sichergestellt, dass der zweitbeste Spieler den zweiten Platz belegt – vorausgesetzt, dass in jeder Begegnung der jeweilige Favorit auch tatsächlich gewinnt.

Vorteile[edit]

Als Double knockout (auch Double-elimination) bezeichnet man eine Turnierform, die in ihren Grundzügen auf dem K.-o.-System beruht, jedoch versucht, dessen Schwächen zu umgehen. Die wesentlichen Unterschiede des Double-knockout-Formates im Gegensatz zum einfachen K.-o.-System (single knockout oder single elimination) sind:

  • Ein Teilnehmer scheidet erst nach der zweiten Niederlage aus dem Turnier aus.
  • Ein Teilnehmer kann trotz eines einmaligen Verlustes das Turnier gewinnen. Das ist im einfachen K.-o.-System auch dann ausgeschlossen, wenn zusätzliche Spiele abgehalten werden, um eine durchgehende Reihung zu erhalten: Der Verlierer eines Semifinalspieles kann bestenfalls den 3. Platz belegen, der Verlierer eines Viertelfinalspiels bestenfalls den 5. Platz etc.
  • Es ist auch ohne Seeding (Setzen) sichergestellt, dass der zweitbeste Spieler den zweiten Platz belegt (vorausgesetzt bei jeder einzelnen Begegnung gewinnt der jeweilige Favorit).
  • Bei gleicher Teilnehmeranzahl sind etwa doppelt so viele Spiele zu absolvieren wie beim K.-o.-System. (Nehmen n Spieler teil, werden 2n-2 Spiele benötigt.)


Bergvall-System (K-O)[edit]

Das Bergvall-System geht davon aus, dass durch ein reines K.-o.-System nur der Erstplatzierte zuverlässig bestimmt werden kann. Um auch andere relevante Plätze zu ermitteln, sind weitere Spiele nötig. Dazu spielen im Bergvall-System alle Mannschaften, die gegen den Erstplatzierten ausschieden, erneut im K.-o.-System um den zweiten Platz. Um den dritten Platz spielen wiederum alle Teams im K.-o.-System, die dem Zweitplatzierten unterlegen waren, sowohl in der Hauptrunde als auch in der Runde um den zweiten Platz. Nach diesem Schema können auch weitere Platzierungen ausgespielt werden.

Bewertung[edit]

Im Bergvall-System sind im Vergleich zu ähnlichen K.-o.-Systemen wie dem Double knock out weniger Spiele nötig, um weitere Platzierungen auszuspielen, dafür zieht sich ein Turnier aber für alle Beteiligten in die Länge, da die Wettbewerbe nur nacheinander ausgespielt werden können und nach einem frühen Scheitern im ersten Turnier erneute Einsätze in einem späteren Platzierungsturnier möglich sind – aber keineswegs sicher. Außerdem steht dieses Turnierformat im Widerspruch zu der üblichen Anforderung an den Austragungsmodus, dass die Entscheidung über den Turniersieg – zur Gewährleistung der Spannung – erst am Ende eines Turniers fallen sollte.

Rundenturnier[edit]

Als „Rundenturnier“ (auch „Jeder gegen jeden“, Round Robin oder Liga-System) wird eine Turnierform bezeichnet, bei der jeder Turnierteilnehmer gleich oft gegen alle anderen Turnierteilnehmer antritt.

Dieses System wird in den meisten Ligasystemen beim Fußball angewandt, wo anhand eines festen Spielplans jede Mannschaft gegen jede andere Mannschaft einmal zuhause und einmal auswärts spielt (exakte Bezeichnung: „Double Round Robin“, da jede Mannschaft jede andere zwei Mal trifft).

Ein Turnier „jeder gegen jeden“ benötigt in der einfachen Durchführung (ohne Rückspiele) bei n Teilnehmern <math>\begin{matrix} \frac{n}{2} \end{matrix}(n - 1)</math> Spiele. Für jeden Sieg und jedes Unentschieden werden Punkte vergeben. Am Ende gibt es eine vollständige Rangliste nach Punkten, bei Punktegleichstand werden weitere Kriterien herangezogen, das Torverhältnis oder die direkten Begegnungen.

Speed Trial (Runden)[edit]

Reicht bei einer großen Anzahl von Teilnehmern die Zeit für die Austragung aller Runden nicht aus, wird üblicherweise auf das Schweizer System zurückgegriffen. Das Schweizer System hat den Nachteil, dass die Paarungen der nächsten Runde erst nach Abschluss des letzten Spiels der vorherigen Runde ausgelost werden können. Eine Alternative dazu ist Speed Trial (verkürztes Rundenturnier). Hier werden bereits zu Turnierbeginn eine vorher festgelegte Anzahl von Runden aus allen Teilnehmern gelost, wobei zwei Teilnehmer nicht mehrfach gegeneinander spielen dürfen, z. B. bei 24 Teilnehmern 5 Runden a 12 Spiele (statt 23 Runden). Gegenüber dem Schweizer System ist Speed Trial nicht geeignet, den besten Spieler als Turniersieger hervorzubringen. Speed Trial kann aber sinnvoll als Vorrunde zur Ermittlung von Endrundenteilnehmern angewandt werden.


Schweizer System (Runden)[edit]

Das „Schweizer System“ lässt sich am besten als Sonderform des Rundenturniers beschreiben. Die erste Runde wird gesetzt oder gelost, danach wird nach jeder Runde der Zwischenstand bestimmt. In den folgenden Runden spielt stets der Führende gegen den Zweitplatzierten, der dritte gegen den vierten und in dieser Reihe jeweils weiter.

Es wird allerdings ausgeschlossen, dass zwei Spieler zweimal aufeinandertreffen, die Paarungen werden daher vor jeder Runde wie folgt festgelegt:

  • Der Führende spielt gegen den bestplatzierten Spieler, gegen den er noch nicht gespielt hat.
  • Der Führende unter den verbleibenden Spielern spielt gegen den bestplatzierten Spieler, gegen den er noch nicht gespielt hat.

Liegen also nach einer Runde dieselben Spieler in Führung, so spielt nun der erste gegen den dritten (falls er gegen diesen noch nicht gespielt hat, daher: gegen den bestplatzierten Spieler, gegen den er noch nicht gespielt hat), der zweite gegen den vierten. Es können Abbruchkriterien festgelegt werden: Es werden so lange neue Runden gespielt, bis nur noch ein Teilnehmer ohne Niederlage geblieben ist. Ohne ein Abbruchkriterium dauert ein Turnier nach dem Schweizer System gleich lange wie ein Rundenturnier, was aber einen bedeutenden Vorteil des Schweizer Systems zu nichte macht.

Wenn Indikatoren wie Kubbdifferenz, kann ein Stechen notwendig sein, um bei Punktegleichheit eine eindeutige Rangfolge festzulegen. Wird keine Stechen erstellt, kann bei Punktegleichheit der jeweilige neue Gegner allerdings auch zugelost werden.

Vorteile[edit]

Im Gegensatz zum K.-o.-System bedeutet eine Niederlage nicht das Ausscheiden aus dem Turnier. Das Schweizer System liefert akkurate Resultate in den oberen Rängen (Platz 1, Platz 2), ebenso in den untersten (letzter, vorletzter). Die Rangordnung im Mittelfeld ist jedoch stark zufallsabhängig.

Um einen eindeutigen Sieger zu ermitteln, benötigt man nach dem Schweizer System mindestens so viele Runden wie nach dem K.-o.-System. Wenn jedoch der Spitzenreiter eine Begegnung verliert oder mehrere Unentschieden gespielt werden, dann sind mehr Runden nötig, um einen Sieger zu ermitteln. Je mehr Runden gespielt werden, desto genauer wird die durchgehende Reihung.

Die Bedeutung der letzten Runden für die Platzierung am Ende ist sehr hoch, dabei fallen viele Entscheidungen meist nicht mehr im direkten Vergleich, sondern im indirekten Duell.

Werden in einem Turnier mit n Teilnehmern n-1 (gerades n) bzw. n (ungerades n) Runden gespielt, so geht das Schweizer System in ein Rundenturnier Jeder gegen jeden über: Je mehr Runden gespielt werden, desto genauer wird theoretisch die durchgehende Reihung. Jedoch kann es in der zweiten Hälfte eines solchen passieren, dass eine neue Runde nicht mehr ausgelost werden kann, ohne dass zwei Spieler zweimal aufeinander treffen.

Oft wird bemängelt, dass Teilnehmer, die zu Beginn des Turniers Punkte liegen lassen, unter bestimmten Konstellationen bevorzugt werden. Ein Teilnehmer (X), der jedes Spiel gewinnt, muss immer gegen die Stärksten des Feldes antreten, während ein anderer (Y), der in der ersten Runde nur ein Unentschieden erreicht hat, in den folgenden Runden auf vermeintlich schwächere Gegner trifft. Wenn beide Spieler alle folgenden Runden gewinnen und in der letzten Runde aufeinander treffen, so kann Y durch einen Sieg über X den Turniersieg für sich sichern, ohne je gleich starke Gegner wie X gehabt zu haben. Gelegentlich wird unterstellt, dass X den Punktverlust in der ersten Runde aus diesem Grund bewusst in Kauf nimmt. Eine solche Strategie wird sarkastisch als „Schweizer Gambit“ bezeichnet, in Anlehnung an Gambit-Eröffnungen im Schach, bei denen ein Spieler einen Bauer opfert, um einen strategischen Vorteil in der Partie zu erlangen.

Software[edit]

Eine Computerprogramm, welches das System berechnet findet man unter https://www.sk-freising.de/. Das programm ist in erster Linie für Schach , kann aber auch für Kubb / Wikingerschach verwendet werden.

Dänisches System[edit]

Das Dänisches System unterscheidet sich vom Schweizer System dadurch, dass dieselben Paarungen mehrfach auftreten können: Es spielen also in jeder Runde der Erstplatzierte gegen den Zweitplatzierten, und die Nächstplatzierten in derselben Weise. In der Schweiz ist dieses Spielsystem als „System Schoch“ bekannt

Mac-Mahon[edit]

Eine Sonderform des Schweizer-Systems ist das Mac-Mahon-System. Hierbei starten die Spieler nicht mit null Punkten, sondern beginnen das Turnier mit unterschiedlichen Punktezahlen abhängig von ihrer Einstufung Kubbwiki-Ranking.

Ein in diesem Modus ausgetragenes Turnier besteht aus einer vorher festgelegten Anzahl von Runden. Die Teilnehmer nehmen grundsätzlich an allen Runden teil. Für jeden Teilnehmer wird eine Punktzahl geführt, die sich am Turnierbeginn nach der angegebenen Stärke des jeweiligen Teilnehmers richtet. In jeder Runde werden die einzelnen Begegnungen so ausgelost, dass möglichst Teilnehmer gleicher Punktzahl aufeinandertreffen. Die Punktzahl der Sieger erhöht sich jeweils um einen Punkt.

Das Gesamtergebnis des Turniers ergibt sich durch die Punktzahlen nach der letzten Runde.

Damit der Turniersieg unter den aussichtsreichen Spielern fair ausgespielt werden kann, werden die Punktzahlen beim Turnierbeginn nach oben durch einen Wert begrenzt („Mac-Mahon-Bar“), der gewährleistet, dass eine gewisse Anzahl von Teilnehmern an der Spitze mit gleicher Punktzahl startet.

Formal stellt dieses System eine Verallgemeinerung des Schweizer Systems dar, denn ein Turnier nach Schweizer System kann als Grenzfall eines Turniers nach Mac-Mahon-System verstanden werden, bei dem sämtliche Teilnehmer über dem Mac-Mahon-Bar starten.

Bei Punktegleichstand kommen verschiedene Zweitkriterien zum Einsatz. Dies ist jeweils der Entscheidung der Turnierausrichter überlassen, da Mac-Mahon-System keinen vollständig definierten Algorithmus bezeichnet, sondern nur das Prinzip.

Das gilt auch für das Verfahren, nach dem die Paarungen ermittelt werden. Neben dem oben erläuterten Punktkriterium und der Forderung, dass während eines Turniers die Begegnung zwischen zwei bestimmten Spielern nicht ein zweites Mal stattfinden darf, gibt es diverse mögliche Soll-Bestimmungen, wie etwa ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis von Spielen als Schwarz und als Weiß bei den einzelnen Spielern, das Vermeiden von Begegnungen von Spielern aus derselben Stadt , Kriterien für das Freilos bei ungerader Teilnehmerzahl und dergleichen, durch die die Rolle des Auslosungszufalls begrenzt wird.

Das Aussetzen in einer Runde (soweit erlaubt) und ein Unentschieden wird meist mit einem halben Mac-Mahon-Punkt berechnet.

Die Kombination von Selbsteinstufung und Mac-Mahon-System wird von Kritikern aber auch als problematisch angesehen. Die Einstufung könne etwa aus Geltungsdrang besser als die objektive Spielstärke gewählt werden, oder aber schlechter, um gegen leichtere Gegner mehr Siege zu erringen. In beiden Fällen würde der Sinn des Mac-Mahon-Modus unterlaufen. Daher wird gelegentlich für Mac-Mahon-Turniere die Anfangseinstufung nach den unter Elo-Zahl beschriebenen Ranglistenpunkten propagiert.

Leiter[edit]

In einem Leiterturnier werden zunächst alle Spieler in eine provisorische Rangordnung gesetzt oder gelost. Die genaue Ausgestaltung des Turnierformats kann unterschiedlich sein, aber gemeinsam ist allen Leiterturnieren:

  • Jeder Spieler kann einen besser platzierten Spieler zu einem Spiel herausfordern.
  • Kommt ein Spieler einer Herausforderung innerhalb einer bestimmten Frist nicht nach, verliert er forfait.
  • Fordert ein Spieler in einer bestimmten Frist keinen anderen Spieler heraus, wird er entweder aus dem Turnier entfernt, oder er erhält den letzten Platz.
  • Gewinnt der schlechter platzierte Spieler, werden die Plätze in der Rangordnung getauscht.
  • Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage des Herausforderers bleibt die Rangordnung unangetastet.

Leiterturniere werden gerne vereinsintern gespielt, während diese Turnierform zwischen Spielern oder Mannschaften verschiedener Vereine kaum vorkommt. Fordert jeder Spieler nur den nächstbesseren Spieler heraus, entspricht dieses Turnierverfahren der sogenannten Bubblesort-Methode. Im ungünstigsten Fall – der beste Spieler befindet sich zu Turnierbeginn auf dem letzten Platz, der zweitbeste auf dem zweitletzten Platz und so weiter – entspricht die Anzahl benötigter Spiele jener des einfachen Rundenturniers, da jeder gegen jeden anderen spielen muss.

Leiter (Varianten)[edit]

Die Regeln können vorschreiben, welche Herausforderungen zulässig sind. Zum Beispiel kann jeder Spieler nur den nächstbesten oder den übernächstbesten Spieler herausfordern, um die Spitzenspieler vor zeitverschwenderischen, aussichtslosen Herausforderungen durch Anfänger zu schützen.

- Wer den Meister herausfordert und schlägt, erhält von ihm den derzeitigen Meistertitel.

- Der amtierende Meister kann nur der Gewinner des Turniers fordern und wird selbst zum Meister, wenn er diesen schlägt.

Kombinationen aus K.-o.- und Rundenturnier[edit]

In vielen Fällen wird eine Kombination aus K.-o.-System und Rundenturnier verwendet.

Zumeist wird der erste Abschnitt des Turniers als Rundenturnier mit mehreren Gruppen oder Ligen, ein weiterer als K.-o.-Turnier durchgeführt. Hier werden die Mannschaften überwiegend in Gruppen von je vier Mannschaften aufgeteilt. Zwischen den Mannschaften einer Gruppe spielt jeder gegen jeden. Dies wird als Gruppenphase, manchmal auch als Vorrunde bezeichnet. Die Gruppenersten und Gruppenzweiten spielen dann im K.-o.-System gegeneinander („Ausscheidungsspiele, K.-o.-Phase“)

Dieses Mischsystem hat den Vorteil, dass ein zu frühes Ausscheiden guter Mannschaften weitgehend vermieden werden kann, indem die Gruppensieger so spät wie möglich aufeinandertreffen. So spielen in der ersten Ausscheidungsrunde stets Gruppenerste gegen Gruppenzweite.

Durch geeignetes Setzen kann man außerdem erreichen, dass zwei Mannschaften, die in der Vorrunde in derselben Gruppe gegeneinander gespielt haben, nur im Finale erneut aufeinandertreffen können. Vor Beginn des eigentlichen Turniers finden vielfach Qualifikationsspiele statt, in denen als Modus wiederum entweder das K.-o.-System oder das Rundenturnier angewendet wird.


Page-Playoff-System[edit]

Nach der Round Robin (jeder gegen jeden) treten die vier bestplatzierten Mannschaften in den Halbfinals der Play-offs gegeneinander an. Dabei bestreiten der Dritt- und der Viertplatzierte das sogenannte Erste Halbfinale, der Erst- und der Zweitplatzierte das Zweite Halbfinale. Der Verlierer des Ersten Halbfinals scheidet als erste Mannschaft aus den Play-offs aus und belegt in der Abschlusswertung Rang vier, der Sieger erreicht die Vorschlussrunde (final). Dort spielt er gegen den Unterlegenen des Zweiten Halbfinals um den Einzug ins Endspiel (grand final), während der Sieger des Zweiten Halbfinals bereits als erster Endspiel-Teilnehmer feststeht. Der Verlierer im „kleinen Finale“ belegt den dritten Schlussrang des Turniers, der Sieger spielt im „großen Finale“ gegen das direkt qualifizierte Team um den Turniersieg.

Mit diesem System werden die zwei Bestklassierten der Round Robin bevorteilt, welche bereits einen Platz unter den ersten Drei sicher haben. Darüber hinaus haben beide Teams nach einer Niederlage im ersten Play-off-Spiel eine weitere Chance, Gesamtsieger zu werden, während dafür der Dritt- und Viertplatzierte der Round Robin sämtliche Begegnungen gewinnen müssen.

Quelle[edit]

wikipedia.de